Jeder, der regelmässig empfindliche oder geformte Teile verschickt, kennt das Dilemma: entweder wühlt man das Produkt in Luftpolsterfolie ein, oder man bestellt teure, massgefertigte Inlays. Bei dreaMake drucken wir ohnehin fast täglich – also haben wir uns gefragt: Warum nicht das Verpackungsmaterial einfach selbst drucken?
Das Ergebnis ist Inlayer: ein Open-Source-Werkzeug, das aus beliebigigen STL-Dateien einen passgenauen, 3D-druckbaren Inlay-Block generiert – mit Figur-förmigen Vertiefungen, in denen die Teile beim Versand sicher liegen.
So funktioniert es
Der Ablauf ist bewusst simpel: STL hochladen → Inlay berechnen → drucken. Im Hintergrund steckt mehr, als man denkt:

Die Inlayer-Web-App: Figuren hochgeladen, Parameter gesetzt, Live-3D-Vorschau.
- Mesh-Vorbereitung: Jede Figur wird skaliert, repariert (pymeshfix), deimatisiert und wasserdicht gemacht.
- Automatische Anordnung: Mehrere Figuren werden kollisionsfrei auf einer stabilen Slotmatrix platziert (kompakt, horizontal oder vertikal, mit einstellbarem Abstand).
- Inlay-Erzeugung: Ein Quader oder Zylinder wird per Boolescher Differenz (manifold3d) ausgehöhlt – inklusive optionaler Fingeraussparungen, damit man die Teile leicht entnimmt.
- Wandstärkeprüfung: Eine 3D-Analyse prüft die Wandstärke farbcodiert und warnt, bevor der Druck danebengeht.
Druckparameter wie Lagerhohlmasse (Clearance), Wandstärke und Eintauchtiefe lassen sich einstellen – Voreinstellungen sind praxisnah gewählt (0,4 mm Clearance, 2 mm Wand).

Nach der Berechnung: Protokoll, Wandstärkenprüfung und das fertige Inlay mit den drei Figuren.
Mit LLM-Unterstützung entwickelt
Inlayer ist in Python entstanden – und die Entwicklung lief in engem Zusammenspiel mit grossen Sprachmodellen (Claude). Architektur, Pipeline-Schritte, Testsuite und die zweisprachige Oberfläche (Deutsch/Englisch) sind iterativ aus Dialogen hervorgegangen: Das LLM schreibt Code, der Mensch testet mit echten Druckstücken, Feedback fliest zurück. Ein Workflow, der es einem kleinen Team erlaubt, ein technisch versiertes Werkzeug in kurzer Zeit zu bauen – ohne dass man sich in der Geometrie-Programmierung jahrelang eingeübt haben muss.
Das Ergebnis ist trotzdem handwerklich sauber: Die Testsuite läuft bei jedem Pull-Request auf GitHub Actions (pytest und Docker-Build), und der Code ist dokumentiert.
Open Source, für alle da
Inlayer steht unter der AGPL-3.0 und ist auf GitHub frei verfügbar: github.com/Rigare/inlayer. Es gibt keinen Cloud-Zwang: Man kann es als interaktive Web-App (Streamlit, mit Live-3D-Vorschau) oder per Kommandozeile nutzen, optional auch per Docker. Wer STL-Dateien hat, kann also schon in fünf Minuten seinen ersten Inlay drucken.

Detailansicht: das generierte Inlay mit passgenauen Vertiefungen für die Figuren.
Ausblick
Wir setzen Inlayer intern für den Versand unserer Druckteile ein und entwickeln es weiter. Ideen auf der Roadmap: weitere Boxformen, Exporte für andere Slicer und feinere Steuerung der Anordnung. Contributions sind ausdrücklich willkommen – Fork, Pull Request, Issue, los.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von uns redaktionell geprüft.